Über dieses Hörbuch
Zar Fjodor möchte Frieden zwischen Menschen bewahren, deren Ehrgeiz den Hof in Konflikte zieht. Boris Godunow und Iwan Schuiski stehen für konkurrierende politische Machtzentren. Der Wunsch nach Versöhnung gibt dem Herrscher jedoch keine verlässliche Kontrolle über ihre Handlungen. Persönliche Güte trifft auf die praktischen Anforderungen einer Regierung, die mehr als gute Absichten verlangt.
Alexei Konstantinowitsch Tolstoi gestaltet den Abstand zwischen moralischer Absicht und politischer Folge. Entscheidungen, die Einigung versprechen, werden von den Beteiligten unterschiedlich verstanden. Überlappende Loyalitäten machen Vertrauen unsicher; das private Gewissen des Herrschers lässt sich nicht von seiner Amtsgewalt trennen.
Das Drama untersucht Verantwortung und Grenzen wohlmeinenden Handelns im Machtkampf. Der historische Schauplatz gibt gegensätzlichen Stimmen eine gemeinsame Bühne. Was schuldet ein Herrscher einzelnen Menschen und dem Staat, wenn der Wunsch, Schaden zu vermeiden, noch keinen Weg bietet, ihn tatsächlich zu verhindern und die Folgen einer Entscheidung zu tragen?